5. Sonstige Beratung - 5.1 Gesetzliche Betreuung, Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht

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35 5 5. Sonstige Beratung 5.1 Gesetzliche Betreuung, Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht Wenn jemand seine Angelegenheiten aufgrund von Krankheit, Unfällen oder Behinderung nicht mehr selbst wahrnehmen kann und die notwendigen Angelegenheiten auch nicht durch unterstützende Maßnahmen von Familienangehörigen, Bekannten, sozialen Diensten oder Bevollmächtigten besorgt werden können, kann eine gesetzliche Betreuung eingerichtet werden. Das Wesen der gesetzlichen Betreuung besteht darin, dass für eine volljährige Person ein gesetzlicher Vertreter (= Betreuer) bestellt wird. Hierbei handelt es sich nicht mehr wie früher um eine Entmündigung oder Vormundschaft, sondern die Geschäftsfähigkeit des Betreuten bleibt weitgehend erhalten. Die Betreuung umfasst auch nicht mehr automatisch alle Lebensbereiche, sondern wird für die Bereiche eingerichtet, für die tatsächliche Hilfe benötigt wird. Dies kann z. B. sein: Vermögensvorsorge, Gesundheitsvorsorge, Wohnungsangelegenheiten u. ä. Die betreute Person behält dabei ein Selbstbestimmungsrecht, soweit sie einsichts- bzw. einwilligungsfähig ist. Die Betreuung kann eine nahestehende Person, ein/e Verwandte/r oder Bekannte/r übernehmen. Wenn eine solche ehrenamtliche Person nicht zur Verfügung steht, kann das Amtsgericht auch eine/n Berufsbetreuer/in (freiberufliche/r Betreuer/in), eine/n Vereinsbetreuer/in oder eine/n Behördenbetreuer/in bestellen. Die Betreuungsverfügung eröffnet dem betroffenen Menschen die Möglichkeit, schriftlich für den Fall der Betreuungsanordnung Vorschläge hinsichtlich der Person des vom Gericht zu bestellenden Betreuers zu machen. Eine Betreuungsverfügung ist eine Willenserklärung, in der jemand für den Fall seiner Betreuungsbedürftigkeit und der Bestellung einer Betreuerin bzw. eines Betreuers Bestimmungen trifft. Eine solche Verfügung sollte schriftlich abgefasst und einer Person des Vertrauens übergeben werden, die im Betreuungsfall zur Abgabe an das Vormundschaftsgericht verpflichtet ist. Die Betreuungsverfügung kann auch bei den persönlichen Unterlagen aufbewahrt werden, wobei sichergestellt werden sollte, dass sie im Betreuungsfall auch aufgefunden wird. Das Vormundschaftsgericht hat den Vorschlägen des Betroffenen zur Person des Betreuers zu entsprechen, wenn nicht der Vorschlag im Einzellfall seinem Wohl zuwider läuft. Die Vorsorgevollmacht ist ein wichtiges Element des Selbstbestimmungsrechts alternder Menschen. Mit einer Vorsorgevollmacht können sie Personen ihres Vertrauens die Erlaubnis erteilen, alle oder aber bestimmte Aufgaben für Sie wahrzunehmen bzw. Entscheidungen für Sie zu treffen, falls Sie dazu nicht mehr in der Lage sind. Eine umfassende Vorsorgevollmacht kann die Bestellung einer gesetzlichen Betreuerin oder eines gesetzlichen Betreuers entbehrlich machen. Eine entsprechende Infobroschüre, in welcher sich ein Muster einer Betreuungsverfügung befindet, können Sie bei der Stadt Sundern erhalten. ■■ Kontakt: Sozialdienst kath. Frauen Hochsauer- land e.V. – Betreuungsbüro Sundern Kurze Straße 2, 59846 Sundern Meinolf Andree Donnerstags von 14.00–16.00 Uhr Telefon: 0 29 33/90 93 25-50 E-Mail: btg.sundern@ skf-hochsauerland.de Stadt Sundern Telefon: 0 29 33/81-2 41


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